Rolf Iven trainiert Kreativität, Kommunikation und Konfliktlösung
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Tag-Archiv für » Konfrontation «

Schon mal ein Pulverfass ausgebrütet?

Revolution in Ägypten, Umsturz in Tunesien, Unruhen in Algerien, Kämpfe in Libyen – harte Zeiten für Diktatoren in Nordafrika. Ein Gespenst geht um – Machthaber in aller Welt fürchten den Aufstand, schnell koordiniert via Facebook, Twitter und Co. Wie im Großen, so im Kleinen: “besitzt” nicht jeder von uns ein Pulverfass? Nein? Sie nicht? Wenn Sie meinen…

So ein ausgewachsener Konflikt ist schon etwas Feines (zur Klarheit: Gewalt oder gar Verletzte und Tote etc. sind gar nichts Feines, das ist hier nicht gemeint). Finden Sie nicht? Doch, ich schon. Wir haben viel zu wenig davon. Wenn es so richtig knirscht oder gar kracht, ist jedem klar, dass es etwas zu klären gibt. Das ist einer der Vorteile.

Ob es dann auch geklärt wird, ist natürlich eine andere Frage. Da gehört mitunter noch manches Öl ins Feuer, damit ein Konflikt nicht vorzeitig unterm Teppich landet. Gäbe ja sonst häßliche Brandflecken. Bei Hühnereiern ist das so: Wenn man lange genug darauf sitzen bleibt, damit sie schön warm bleiben, kommt etwas lebendiges raus. Bei Konflikten ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass das Aus sitzen etwas lebendiges hervorbringt; genau wie bei Lorbeeren, auf denen mancher Zeitgenosse genüsslich herum brütet. Da hilft es auch nichts, wenn man eine ausgetüftelte Nachfolgeregelung erfindet, wer nach dem Ableben des Lorbeer-Erwerbers eben jene weiter bebrütet.

Aber ich schweife ab. Das Gegenteil von Konflikt ist? – Nein, eben nicht!
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Donnerstag, 24. Februar 2011 22:59 | Kommentare (0) | Thema: Aus den Trainings, Aus der Praxis, böse, ganz ganz böse, Kreative Konfliktgespräche | Autor: Rolf Iven

Der Beckenrandschwimmer: Prototyp statt Stereotyp
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BeckenrandschwimmerBackofen-Vorheizer, Sauna-Unten-Sitzer, Landungs-Klatscher, Semmelbrösel-Sortierer: Synonyme für Prototypen?

In Konfliktsituationen kann es zur Wahrung der eigenen Integrität und Gelassenheit von Nutzen sein, den Konfliktpartner als Prototypen statt als Stereotypen zu sehen. Schließlich sind nicht alle Menschen immer schlecht!

Anhand von für uns hervorstechenden Merkmalen bekommt unser Gegenüber einen Spitznamen verpasst: Effizienzdrängler, An-alle-Denker, Bremse-Treter etc. Auch persönliche Merkmale können aufs Korn genommen werden: Langhaar, Schreibtischwühler, Hektik-Fan, Alles-Hinterfrager, Doppeltkontrollierer, das wandelnde schlechte Gewissen…
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Montag, 24. August 2009 16:10 | Kommentare (1) | Thema: Aus den Trainings, Aus der Praxis, böse, ganz ganz böse, Kreative Konfliktgespräche, Kreativer Umgang mit schwierigen Menschen | Autor: Rolf Iven

Schlagfertigkeit? Konfliktfähigkeit!

Schlagfertigkeit ist sicher ein guter Helfer in mancher Konfrontation. Schlagfertigkeit kann helfen, bewegungsfähig zu bleiben und einen Angriff oder eine Überrumpelung zu kontern.

Steht man allerdings einem “Naturtalent” gegenüber und ist in Sachen Schlagfertigkeit nicht ausreichend trainiert, ist nach der 2., spätestens nach der 3. Angriffswelle Schluss: “Neuen Spruch gelernt, was?!”

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Gespräch vollends entgleist und nur noch pure Durchsetzungsfähigkeit demonstriert wird. Ist man erst in der Gegenangriffs-Falle gelandet, ist das Gespräch beendet. Was kann man tun, um das zu verhindern, vor allem, wenn man in Sachen Schlagfertigkeit nicht richtig sicher ist?

Zunächst kann man sich vergegenwärtigen, dass es gar nicht notwendig ist, schnell und verbal zu antworten. Schlagfertigkeit bedeutet nicht, dass ein Geschwindigkeitsrekord im nass antworten aufgestellt werden muss. Im Gegenteil, je mehr Zeit Sie sich nehmen, um so eher entgehen Sie Ihren Reflexen (Brav-antworten, Gegenangriff- oder Rechtfertigungs-Reflex) und zeigen darüber hinaus auch noch Selbstsicherheit. Wenn verbale Äußerungen nicht Ihr Stil sind, dann können Sie auch mit körpersprachlichen Signalen antworten. Ein Blick, Augenzwinkern, Handbewegungen, sich erst mal die Nase kratzen oder putzen, auch gar keine Reaktion kann helfen, wenn dies bewusst gewählt wird und nicht aus Verlegenheit erfolgt.

Zum anderen ist es in der Regel nicht notwendig, besonders humoristische Spitzenleistungen zu erbringen. Legen Sie sich eine “Patentlösung” für solche Situationen zurecht (Sie werden spüren, wann der Moment gekommen ist). Sie können z. B. erst etwas inne halten, die Nase rümpfen und fragen: “Könnten Sie das noch mal wiederholen?”

Fragen sind grundsätzlich sehr gute und starke Mittel, um forsche Gesprächspartner zu erden. Die einfache Frage “Wie meinen Sie das genau?” wirkt Wunder und besonders gut bei augenscheinlich klaren Statements. Ein Beispiel:
“Sie haben ja gar keine Ahnung!”
“Wie meinen Sie das genau?”
“Ja wie ich es sage: Sie haben keine Ahnung!”
“Ich hab Sie schon gehört, aber – wie meinen Sie das genau?”

Ihr Gegenüber wird nun entweder den Angriff verstärken, z.B. so:
“Sie haben keine Ahnung und sind auch schwer von Begriff, was?”
Das wäre allerdings eine Eskalation, mit der er seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt. In diesem Fall ist die Frage angebracht, ob die Unterhaltung noch sinnvoll ist, denn es ist möglicherweise ganz gleich, was Sie antworten. Hier will Ihnen möglicherweise jemand ans Leder.

Oder Ihr Gegenüber wird konkreter:
“Ihre Schlussfolgerungen sind völlig abwegig, daran merkt man, dass Sie keine Ahnung haben.”
Jetzt haben Sie Verhandlungs- und Interpretationsmasse, denn über Schlussfolgerungen kann man immer unterschiedlicher Meinung sein.

Tipp: Benutzen Sie diese Frage zunächst in weniger kritischen Situationen, um sattelfest zu werden. Warten Sie gelassen die Antwort ab, und profitieren Sie von einer alten Weisheit: Wie man Menschen in Widersprüche verwickelt? Einfach ausreden lassen!

Empfohlener Download: “Mittelbayerische Zeitung” über den Trainingsabend “Angriffe Kreativ kontern” vom 18.10.2008

Mehr davon finden Sie in unseren Trainings (Link: hier klicken)

Dienstag, 31. März 2009 23:58 | Kommentare (0) | Thema: Aus den Trainings, Kreative Kommunikation, Kreative Konfliktgespräche, Kreativer Umgang mit schwierigen Menschen | Autor: Rolf Iven

Kreativer Umgang mit schwierigen Menschen: Heulsusen stoppen

Heulsuse

Es kann richtig gut tun, sich mal auszuheulen, den Gedanken und Gefühlen ungefiltert freien Lauf zu lassen, los zu lassen. Ich wünsche jedem Leser einen Menschen, der dann zuhört.

Andererseits gibt es Menschen, die sich mit ihrem offensichtlich ach so trüben Schicksal interessant machen möchten, die kein Ende finden. Schließlich endet es im “Ja, aber..”-Spiel. Will heißen: wir unterbreiten einen Vorschlag, eine Idee nach der anderen, und unser Gegenüber hat immer einen Grund parat, warum genau das nicht geht, bereits schon erfolglos versucht wurde etc. und überhaupt. Heulsusen also, klasse Schauspieler obendrein.

Machmal bin ich mir auch nicht sicher, wen ich da vor mir habe, denn es gibt ja auch die Möglichkeit, dass sich jemand in epischer Breite über seine Kollegen eschoffiert, es eigentlich aber um etwas ganz anderes geht, z.B. das gestörte Verhältnis zum Lebensgefährten/tin oder ähnliches. Ein Stellvertreterkrieg also.

Es gibt eine einfache Frage, mit der Sie die Spreu vom Weizen trennen können: “Was ist das Schlimmste daran?”

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Dienstag, 10. März 2009 11:10 | Kommentare (0) | Thema: Aus den Trainings, Aus der Praxis, böse, ganz ganz böse, Fallbeispiele, Kreativer Umgang mit schwierigen Menschen | Autor: Rolf Iven

“Nein” sagen: Der positive Vorführeffekt
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Eine Vorstandssekretärin litt sehr darunter, dass ihr Vorgesetzter regelmäßig kurz vor Feierabend mit einem Stoß Arbeit zu ihr kam, und um sofortige Erledigung bat. Vielleicht kennen Sie das.

Regelmäßig konnte sie ihre Freizeitplanung über den Haufen werfen und alle Termine absagen. Mittlerweile äußerte sich auch ihr Lebensgefährte und setzte sie unter Druck, sich das nicht mehr gefallen zu lassen.

Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass es ihr grundsätzlich schwer gefallen ist, “Nein” zu sagen. Auch in anderen Lebensbereichen sagte sie immer wieder viel zu schnell zu, nur um sich anschließend über sich selbst zu ärgern.

Sie bekam von mir eine Hausaufgabe auf: über das ganz nächste Wochenende hinweg sollte sie zu allem und jedem “Nein!” sagen. Grundsätzlich und immer. Ihr Lebensgefährte wurde natürlich eingeweiht und gebeten, sie zu unterstützen. Was sie dann tun würde, wäre egal.
Beispiel vom Frühstückstisch:
“Gibst Du mir mal die Butter?!”
“Nein.”
Natürlich könne sie dann die Butter reichen. Es gehe lediglich darum, anstatt reflexhaft “Ja” zu sagen oder es still schweigend einfach zu tun, den Nein-Reflex wieder zum Leben zu erwecken.

Bei unserem nächsten Treffen berichtete sie: “Ein ganzes Wochenende habe ich zu allem “Nein” gesagt. Ich musste mich wirklich daran gewöhnen. Erst jetzt habe ich bemerkt, wie häufig ich tatsächlich immer wieder “Ja” gesagt hatte! Wir hatten zum Schluss richtig Spass, und mein Lebensgefährte sagte irgendwann ebenfalls nur noch Nein. Zum Schluss frotzelten wir uns gegenseitig an und stellten uns gegenseitig die unsinnigsten Fragen, nur um Nein sagen zu können!

Am Montag darauf war ich fest entschlossen, meinem Chef “Nein!” zu sagen, wenn er wieder mit seinem Stapel vor mir steht und alles sofort erledigt werden soll.

Aber er kam nicht. Am Montag nicht, am Dienstag auch nicht. Ich war richtig enttäuscht! Auch am Mittwoch nichts. Er kommt einfach nicht mehr! Als würde er es instinktiv wissen, dass bei mir nichts mehr zu holen ist.”

Ich: “Aber dann haben Sie doch, was Sie haben wollten!”
Sie: “Ja! Ääh – Nein!!”
Beide lachen.

Mehr davon gibt es im Traing “Kreative Konfliktgespräche” hier

Das Script vom Trainingsabend “Nein sagen!” finden Sie hier hier

Donnerstag, 15. Januar 2009 11:30 | Kommentare (0) | Thema: Aus den Trainings, Aus der Praxis, Fallbeispiele, Kreative Konfliktgespräche, Kreativer Umgang mit schwierigen Menschen, Lustiges & Kurioses & Stories, Medien | Autor: Rolf Iven