Rolf Iven trainiert Kreativität, Kommunikation und Konfliktlösung
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Schneefall in Deutschland

Es klingelt an der Tür. Ich öffne, vor mir stehen drei Pimpfe, so ca. 6-7 Jahre alt. Es beginnt ein Dialog:
Pimpf 1 zu Pimpf 2: “Sag Du!”
Pimpf 2 zu Pimpf 1: “Nee, sag Du!”
Pimpf 1 zu Pimpf 3: “Dann sag Du!”
Pimpf 3 zu Pimpf 1: “Nee, ich auch nicht.”
Pimpf 2: “Dann sagen wir eben zusammen!”
Die Drei schauen mich mit Entschlossenenm Blick an, und sagen: “Wir räumen Ihnen den Schnee aus der Einfahrt!”
Ich: “So!? Was bekommt Ihr denn dafür?”
Und es geht von vorne los:
Pimpf 1 zu Pimpf 2: “Sag Du!”
Pimpf 2 zu Pimpf 1: “Nee, sag Du!”
Pimpf 1 zu Pimpf 3: “Dann sag Du!”
Pimpf 3 zu Pimpf 1: “Nee, ich auch nicht.”
Pimpf 2: “Dann sagen wir eben zusammen!”
Alle zusammen: “1 Euro!”
Ich: ” Na dann legt mal los!”
Die Drei stürmen davon und vergnügen sich in der Einfahrt. Sie wälzen sich im Schnee, werfen mit Schneebällen und schieben mit dem Schneeschieber kreuz und quer durch die Einfahrt. Auf einmal sind sie weg. In meiner Einfahrt das Chaos, aber meinen Euro habe ich noch…

Dienstag, 6. Januar 2009 10:23 | Kommentare (1) | Thema: Lustiges & Kurioses & Stories, Medien | Autor: Rolf Iven

Können sich Menschen ändern? 22 Jahre später…

Können sich Menschen ändern? Eine Frage, die ich häufig gefragt werde, wenn ich Konflikte coache oder mediiere. “An dem/der werden Sie sich die Zähne ausbeißen! Das ist das Spiel seit Jahren, das geht immer so weiter.” So oder ähnlich klingen die Äußerungen, die viel Frustration und Pessimismus demonstrieren. Manchmal schon fast hämisch darauf wartend, dass ich, der Mediator/Moderator, ebenfalls am Gegenüber scheitere, auf dass das eigene Weltbild und das Bild vom anderen auch ja erhalten bleibt: “Das wäre schon ein Wunder…”

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Berlin 1986, Brandenburger Tor

Berlin 1986, Brandenburger Tor (Foto: Iven)

“Es wäre vermutlich das größere Wunder, wenn Sie ihr Bild von Herrn/Frau XYZ ändern, diesen Menschen neu beobachten und positive Seiten entdecken und anerkennen würden. Das könnte uns die Chance für ein neues Verhalten geben. Können Sie sich das vorstellen?” frage ich. Betretenes, überraschtes Schweigen – das Ende der Gewissheit ist erreicht, der Balken im eigenen Auge schmerzt.

Menschen ändern sich und ihr Verhalten unweigerlich, sobald sich die Randbedingungen ändern: Die heimkehrenden amerikanischen Soldaten aus Vietnam, die bis dahin in ihren Schützengräben teils harte Drogen konsumiert hatten, waren von heute auf morgen clean. Der zappelige Junge, der angeblich an ADS leidet, wird ganz ruhig und konzentriert, als er sieht, dass Schule im Leben nicht alles ist, die Ehefrau hört auf zu schimpfen, als sie bemerkt, dass es in ihrem Mann doch Gefühlsregungen gibt. Bis diese Veränderungen ihre Wirkung zeigen, dass kann natürlich mitunter dauern – oder auch rasant schnell gehen.

Berlin 2008

Berlin 2008 (Foto: Iven)

Mein Berlin-Besuch dieses Jahr hat mich sehr beeindruckt: nach 22 Jahren stehe ich mit meinem 7jährigen Sohn am Bundeskanzleramt oder Brandenburger Tor, wo ich 1986 zum letzten Mal gewesen bin. Damals kein Gedanke an Wiedervereinigung, das Bundeskanzleramt gab es nicht. Meinen Sohn ebenfalls nicht. Auch wenn der Mauerfall schon in die Jahre gekommen ist – ein Wunder!?

Donnerstag, 11. Dezember 2008 22:38 | Kommentare (1) | Thema: Aus der Praxis, böse, ganz ganz böse, SAT1, RTL, Guinness & Co. | Autor: Rolf Iven